Aktuelles 2006

Neues aus der Giftküche der FARC:


Kurzmeldung
Die Führer der rechtsgerichteten Paramilitärs (AUC) hatten sich nach ihrer Demobilisierung aufgrund des mit der Regierung geschlossenen Friedensvertrages in komfortablem Hausarrest auf einer Finca mit Telefon, Satellitenfernsehen und permanentem Internet-Zugang befunden.
Nachdem der Verdacht aufkam, dass sie aus dem Hausarrest die Ermordung abtrünniger AUC-Kämpfer befohlen haben und seitdem mehrere Politiker Strafverfahren wegen Unterstützung der AUC unterzogen wurden, ordneten Präsident Uribe und der Justizminister vergangene Woche die Verlegung von 59 ehemaligen AUC-Kommandanten aus dem Hausarrest in das Hochsicherheitsgefängnis von Itaguí an, was mehrere kolumbianische Zeitungen auch als mögliche Vorstufe für eine Auslieferung an die USA interpretieren.
Am 6.Dezember 2006 erklärte daraufhin der Sprecher der AUC Ernesto Baez, nach diesem Schritt der Regierung fühle sich die AUC nicht mehr an das Friedensabkommen gebunden. Die Demobilisierung werde gestoppt und den bereits demobilisierten
AUC-Angehörigen sei es freigestellt, sich wieder zu bewaffnen.


Kurzmeldungen
Vor etwa 10 Tagen griff die FARC den Militärposten in der Gemeinde Tierradentro (Department Cauca) an. Es kamen etwa 30 Soldaten und Guerilleros ums Leben.
Eine Freundin aus Popayán teilt dazu mit:
Der Angriff der FARC wurde hauptsächlich von ihrer mobilen Einheit "Jacobo Arenas" durchgeführt, die seinerzeit uns entführt hatte.
In der Folge des Gegenschlags der Streitkräfte wurde der Bruder des Kommandeurs "Caliche" festgenommen. Letzterer war eine Schlüsselfigur bei den Verhandlungen der deutschen Regierung über unsere Freilassung.
Ebenfalls festgenommen wurde der Sanitäter der Einheit "Jacobo Arenas". Vielleicht handelt es sich bei ihm um den Hilfsarzt, der Reiner Bruchmann untersuchte.
Die Festnahmen erfolgten in der Gemeinde Totoró, unweit der Stadt Silvia, wo wir entführt wurden.

Gegen zwei Abgeordnete der Kammer und einen Senator wurden Haftbefehle erlassen wegen vermuteter Verbindungen zu den rechten Paramilitärs.
Nach ihrer Flucht wurden zwei der Politiker festgenommen, der dritte stellte sich der Polizei und befindet sich ebenfalls in Haft.


Kurzmeldungen
Das Magazin EL ESPECTADOR meldet am 25.10.06:
Der Generalstaatsanwalt Kolumbiens hat mitgeteilt, bisher lägen keine Beweise dafür vor, dass das Attentat auf die Militärakademie in Bogotá von der FARC verübt wurde.

Nach mehrmonatigen Verhandlungen in Havanna sollen sich die kolumbianische Regierung und die zweitgrößte Guerillabewegung ELN auf eine Vorgehensweise und eine Tagesordnung für Friedensverhandlungen geeinigt haben.


Kurzmeldung
Nachdem es so schien, als käme nach vielen vergeblichen Versuchen bald ein Abkommen zwischen Regierung und FARC über einen humanitären Gefangenenaustausch zustande, hat das Bombenattentat der FARC auf die Offiziersschule in Bogotá und der daraufhin erfolgte Abbruch aller vorbereitenden Kontakte durch Präsident Uribe die Hoffnungen wieder auf den Nullpunkt sinken lassen.
Das Magazin SEMANA berichtet am 23.10.06, aufgrund abgehörter Ferngespräche könne das Attentat eindeutig der FARC zugeschrieben werden.
Uribe hat mittlerweile den Streitkräften den Auftrag erteilt, den Versuch zu unternehmen, die politischen Gefangenen der FARC durch militärische Aktionen zu befreien.


Kurzmeldung
Vor einem Schwurgericht in Washington D.C. hat der Prozess gegen "Simon Trinidad" begonnen, der Ende 2004 in Quito / Ecuador festgenommen und an die USA ausgeliefert worden war. Er gehörte der Führungsebene der FARC an.
In dem Verfahren, dem weitere folgen werden, geht es um die Entführung von drei nordamerikanischen Beratern, die mit ihrem Flugzeug notlanden mussten und seit 2002 von der FARC gefangen gehalten werden.
"Trinidad" erklärte, er habe keinen Befehl zur Gefangennahme der drei Amerikaner gegeben.


Kurzmeldung
Die Zeitung "El Tiempo" meldet am 13.9.06, dass im Departement Tolima innerhalb von drei Monaten bereits die dritte größere Gruppe von Deserteuren die FARC verlassen habe, wobei einige weitere Deserteure gefasst und von der FARC getötet worden seien. Es wird von "Auflösungserscheinungen" der FARC in Tolima gesprochen, die jedoch regional begrenzt und auf personelle Schwierigkeiten zurückzuführen seien.


Kurzmeldung
Am 14.8.06 wurden in der Nähe der Stadt Maicao (Grenze zu Venezuela) 80 Tankwagen mit Benzin durch zu Bomben umgebaute Gasflaschen zur Explosion gebracht. Die Flotte gehört einer Genossenschaft des Indianerstammes der Wayoo, denen nachgesagt wird, sie arbeiteten mit den rechten Paramilitärs zusammen.
Das Wochenmagazin CAMBIO vermutet in seiner Ausgabe vom 21.8.06, die mögliche Verbindung zu den Paras und die Verwendung von Gasflaschen-Bomben deuteten darauf hin, dass der Anschlag von der FARC verübt wurde.


Kurzmeldung
Das für internationale Angelegenheiten zuständige Mitglied des Oberkommandos der FARC, "Raúl Reyes", hat in einem Schreiben an die EU gefordert, deren Einstufung der FARC als terroristische Organisation aufzuheben.


Kurzmeldung
Am 14.7.06 meldet die Wochenzeitung EL ESPECTADOR in ihrer elektronischen Ausgabe, dass die FARC im Departement Chocó 35 Kleinbauern gefangen genommen hat und sie in den dort z.Z. stattfindenden bewaffneten Auseinandersetzungen mit der kolumbianischen Armee als Schutzschilde benutzt, um Angriffe abzulenken.


Kurzmeldung
Vor der Präsidentschaftswahl, die Präsident Alvaro Uribe mit großem Vorsprung gewann, so dass eine Stichwahl nicht erforderlich wurde, hatte die FARC erklärt, mit einer Regierung Uribe werde sie in keinen Friedensdialog eintreten.
In der kolumbianischen Presse war jedoch als bemerkenswert hervorgehoben worden, dass die FARC dieses Mal nicht wie bei allen Wahlen der letzten Jahre erklärt hatte, sie werde in den von ihr kontrollierten Gebieten die Wahlen mit Gewalt verhindern. Es gab dann auch keinerlei gewaltsame Übergriffe der FARC gegen Wahlwillige oder auf Wahllokale.
Das Magazin CAMBIO meldet nun in seiner Ausgabe vom 26.6.06, die FARC-Führung habe in einem Rundfunkinterview erstmals erklärt, bereit zu Gesprächen mit der Regierung Uribe zu sein. Allerdings stellt sie als Vorbedingungen die Einräumung einer entmilitarisierten Zone, die das gesamte Gebiet der Deartements Putumyo und Caquetá umfassen soll, sowie die Aussetzung der Strafverfolgung gegen die Mitglieder ihres Oberkommandos.
CAMBIO merkt zwar an, dass diese Vorbedingungen seitens der Regierung nicht akzeptiert werden können, unterstreicht aber, dass eine Änderung der Position der FARC festzustellen sei.


Kurzmeldung
Am 20.4.06 reisten Agenten der Kriminalpolizei DAS und des militärischen Geheimdienstes in die Gemeinde Hacarí (Departement Norte de Santander) zu einer Operation. Ihr gepanzerter Bus fuhr auf eine Mine und 17 Insassen kamen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und bisher festgestellt, dass die Mine von der FARC gelegt wurde.
Es wird ermittelt, ob die FARC durch Verrat oder durch Abhören des Telefonverkehrs der Sicherheitsbehörden von der Operation, der genauen Uhrzeit und Fahrtroute Kenntnis erhielt.
(Nach Berichten mehrerer kolumbianischer Zeitungen)


Kurzmeldungen
Im mexikanischen Bundesstaat Campeche hat die Polizei eine Ladung von 5,5 t Kokain sichergestellt. Wahrscheinlich war sie mit einem Schiff aus Venezuela transportiert worden und sollte in kleinere Teilladungen aufgeteilt mit Flugzeugen in verschiedene Teile Mexikos transportiert werden.
Die Polizei vermutet die FARC als Auftraggeber und ermittelt in diese Richtung.
(El Tiempo vom 14.4.06)

In Bogotá waren bei Bombenanschlägen auf das Metrobus-System Transmilenio drei Personen getötet und viele verletzt worden. Der Bürgermeister (Linksbündnis) beschuldigte die FARC, für die Anschläge verantwortlich zu sein.
In einer Erklärung über das Internet wies die FARC die Anschuldigungen zurück und erklärte, nichts mit den Anschlägen zu tun zu haben.
(versch. Pressemeldungen 5.-10.4.06)


Kurzmeldung
Die kürzlich wiedergegebene Nachricht der Zeitung El Tiempo, 70 Guerrilleros der FARC hätten sich den Sicherheitskräften gestellt und neben Waffen auch ein von der FARC beschafftes Flugzeug übergeben, wurde am 13.3.06 von dem Magazin SEMANA in wichtigen Einzelheiten korrigiert.
Nach SEMANA trifft es zwar zu, dass sich 70 FARC-Kämpfer ergeben haben und auch Waffen an das Militär übergaben. Das Flugzeug, das in der Tat von der FARC auf dem Schwarzmarkt beschafft worden war, hatte sich laut SEMANA jedoch bereits seit 2005 in der Hand des Militärs befunden.
Auch der Kommandeur der übergelaufenen FARC-Einheit soll sich bereits seit 2004 unter Anklage wegen Mordes, Entführung und Erpressung in Haft befunden haben. Angesichts des von ihm erwarteten Strafmaßes soll er sich jedoch entschlossen haben ,den Behörden seine Zusammenarbeit anzubieten, die auch akzeptiert wurde und dazu führte, dass er die 70-köpfige Gruppe zum Verlassen der FARC bewegen konnte.


Kurzmeldung
Die Internetausgabe des Radiosenders "Voces de Secuestro" meldet am 28.2.06, dass die in Havanna stattfindenden Vorverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der zweitgrößten Guerrillabewegung ELN offenbar aussichtsreich verlaufen, obwohl über konkrete Vereinbarungen bisher nichts bekannt wurde.
Auf den Erfolg versprechenden Verlauf lässt schließen, dass die Regierungen Kubas und Kolumbiens vereinbart haben, dem ELN-Chefunterhändler "Antonio García" auf Widerruf einen Diplomatenpass auszustellen, der ihn berechtigen wird, von Kuba aus andere Länder, z.B. in Europa zu besuchen. García befindet sich in Kolumbien in Haft und erhielt durch ein spezielles Dekret freies Geleit, um z.Z. an den Vorverhandlungen in Kuba teilnehmen zu können.


Kurzmeldung
Die EU hat die FARC aufgefordert, sich zu den gemeinsamen Vorschlägen der Schweiz, Frankreichs und Spaniens zu äußern. Beauftragte der drei Regierungen hatten Vorschläge unterbreitet, wie ein Verhandlungsprozess angelegt sein könnte, der eine Vereinbarung über einen Gefangenenaustausch zum Ziel hat.
Ohne auf diese Vorschläge einzugehen, verlangte die FARC erneut von der Regierung, vor Beginn irgendwelcher Verhandlungen die Departements Caquetá und Putumayo zu einer entmilitarisierten Zone zu erklären und der FARC zu überlassen.


Kurzmeldung
Wie die Zeitung "El Tiempo" am 20.1.06 meldet, vertreibt die dänische Firma "Fighters and Lovers" T-Shirts mit den Emblemen der FARC und der Volksbefreiungsfront Palästinas. Wie die Firma im Internet informiert, müssen Besteller mindestens 18 Jahre alt sein und sollten sich auf juristische Probleme gefasst machen. Ferner wird mitgeteilt, dass 5 Euro des Kaufpreises an die jeweilige Organisation abgeführt würden. Die kolumbianische Regierung hat unter Hinweis auf die Einstufung der FARC als terroristische Organisation durch die EU bei der dänischen Regierung die Unterbindung des Vertriebs der FARC-Shirts gefordert.

<<< oben >>>

© 2002 FARC.de by Thomas Künzel, Ulrich Künzel, Reiner Bruchmann