Aktuelles 2007

Neues aus der Giftküche der FARC:


Kurzmeldung
Die FARC hat laut "El Tiempo" (20.12.07) angekündigt, noch vor Weihnachten drei ihrer Gefangenen als Geste guten Willens freizulassen, darunter auch die ehemalige Wahlkampforganisatorin von Ingrid Betancourt, Clara Rojas.
Die Freilassung soll auf venezolanischem Gebiet erfolgen.
Diese Woche hatte die spanische Zeitung "El Pais" nach einem Bericht ihres Korrespondenten mitgeteilt, wahrscheinlich befänden sich auch Ingrid Betancourt und weitere "politische Gefangene" auf venezolanischem Territorium.


Kurzmeldung
In der Vergangenheit war der Beginn von Verhandlungen mit der FARC über einen Gefangenenaustausch immer daran gescheitert, dass dei FARC die Verhandlungen in einem zuvor von Militär und Polizei geräumten Gebiert führen wollte, was die Regierung wegen der schlechten Erfahrungen mit der unter Präsident Pastrana der FARC zugestandenen entmilitarisierten Zone stets abgelehnt hat.
Am 10.12.07 berichten mehrere kolumbianischen Zeitungen übereinstimmend, dass die katholische Bischofskonferenz Kolumbien vorschlagen habe, eine "Zone des Austauschs" einzurichten, in der nicht die Verhandlungen, jedoch der konkrete Gefangenenaustausch stattfinden sollen.
Präsident Uribe soll diesem Vorschlag zugestimmt haben, ohne dass klar ist, wie eine derartige Zone definiert werden soll.
Uribe erklärte ferner, seine Regierung werde künftig nur noch die katholische Kirche als Vermittler akzeptierten.


Kurzmeldungen (Zusammenfassung)
Über den Abbruch der Vermittlungstätigkeit von Präsident Chávez berichten verschiedene Zeitungen aus Kolumbien, Spanien und Ecuador am 23.11.07.

Chávez rief aus Kuba das Oberkommando der kolumbianischen Streitkräfte an und bat darum, für ein Treffen mit dem FARC-Oberkommandierenden Marulanda diesem freies Geleit für die Reise nach Venezuela zuzusichern.
Dies geschah ohne vorherige Absprache mit der kolumbianischen Regierung. Chávez beruft sich auf seine Vermittlungsvollmacht, die nach seiner Auffassung auch direkte Kontakte mit den kolumbianischen Streitkräften eingeschlossen habe, während die kolumbianische Regierung betont, er hätte sie von dem beabsichtigten Kontakt informieren müssen. Chávez gab an, er stünde bereit, die Vermittlungstätigkeit wieder aufzunehmen.
Unterdessen haben die Angehörigen der Entführten auf das Ende des Vermittlungsprozesses mit Bestürzung reagiert.
Der französische Präsident Sarkozy forderte Kolumbien und Venezuela auf, den Vermittlungsprozess fortzusetzen, betonte aber, die kolumbianische Regierung habe das Recht, über den Stand und beabsichtigte Aktivitäten vorab informiert zu werden.


Kurzmeldung
Nach Meldungen verschiedener Zeitungen hat der kolumbianische Präsident Uribe die Vermittlungstätigkeit seines venezolanischen Kollegen Chávez für beendet erklärt. Chávez hatte zusammen mit der kolumbianischen Senatorin Piedad Córdoba Vermittlungsversuche für einen Gefangenenaustausch zwischen kolumbianischer Regierung und FARC unternommen.
Zu dem Bruch kam es, weil Chávez, ohne die kolumbianische Regierung zu informieren, persönlich bei hohen kolumbianischen Offizieren angerufen hatte, um sich von ihnen Daten und Informationen geben zu lassen.


Kurzmeldung
Nach einer Meldung der Tageszeitung "El Tiempo" hat der kolumbianische Präsident Uribe seinem venezolanischen Amtskollegen Chávez eine Frist bis zum 31.Dezember 2007 eingeräumt, innerhalb derer die Ergebnisse der Vermittlung im Konflikt Kolumbiens mit der FARC vorgelegt werden sollen. Gleichzeitig billigte Uribe das Vorhaben von Chávez, sich persönlich mit dem FARC-Oberkommandierenden Manuel Marulanda in Venezuela zu treffen.
Unterdessen traf Chávez in Begleitung der ebenfalls in der Vermittlungen eingeschalteten kolumbianischen Senatorin Piedad Córdoba in Paris ein, um sich mit Präsident Sarkozy zu koordinieren, der wegen der gefangen gehaltenen französischen Staatsbürgerin Ingrid Betancourt seinerseits Geheimdiplomatie betreibt.


Kurzmeldung
Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat in einer Fernsehansprache bestätigt, dass sich zwei führende Mitglieder der FARC in Caracas aufhalten, um mit ihm über den Weg zu einem Abkommen über den Gefangenenaustausch zu verhandeln. Chávez gab weder bekannt, um wen es sich bei den FARC-Abgesandten handelt, noch darüber, wann er mit ihnen sprechen wird. "El Tiempo" meldete am 6.11.07, dass die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba sich ebenfalls in Caracas aufhält.


Kurzmeldung
Die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba, die in den Vermittlungsprozess zwischen FARC und Regierung zum Abschluss einer Vereinbarung eines Gefangenenaustauschs eingeschaltet ist, erklärte der Zeitung "El Tiempo" am 26.10.07, die Verhandlungen, die der venezolanische Präsident Chávez in Absprache mit seinem kolumbianischen Kollegen Uribe mit der FARC führt, seien ein großes Stück vorangekommen. Da beide Präsidenten aber striktes Stillschweigen über den Fortgang vereinbart haben, könne sie jedoch keine Einzelheiten bekannt geben.


Kurzmeldung
Die Präsidenten Venezuelas und Kolumbiens haben eine totale Nachrichtensperre über den Fortgang der Vermittlungsbemühungen von Präsident Chavez für das Zustandekommen einer humanitären Vereinbarung zwischen FARC und kolumbianischer Regierung verhängt. In dieser Woche hatten kolumbianische Zeitungen über eine angebliche Reise der FARC-Spitze nach Venezuela berichtet.


Kurzmeldung
Der bisher höchste in Gefangenschaft befindliche FARC-Führer "Simon Trinidad" wurde wegen der Entführung von Elias Ochoa zu 35 Jahren Haft verurteilt., wie "El Tiempo" am 17.10.07 meldete.
Ochoa war 1998 entführt und von der FARC sieben Monate festgehalten worden. Der Fall hatte vor allem deswegen Aufsehen erregt, weil Ochoa und "Trinidad" Schulfreunde gewesen waren. Ochoa sagte aus, "Trinidad" habe es vermieden, ihn in Gefangenschaft zu sehen und habe alle Kontakte zu ihm über Untergebene abgewickelt.
"Trinidad" steht z.Z. in den USA wegen weiterer Delikte vor Gericht.


Kurzmeldung
Wie die Zeitung El Tiempo am 29.9.07 meldet, haben Mitglieder der FARC rd. 21 Mrd Pesos (rd. 7 Mio €) ihrer Einheiten entwendet und sind desertiert. Die Zeitung beruft sich auf eine offizielle Verlautbarung der FARC, wonach die "Verräter verfolgt werden".


Kurzmeldung
Nachdem der kolumbianische Präsident Uribe seinen venezolanischen Kollegen Chávez um Vermittlung gebeten hatte, um mit der FARC über ein Abkommen zum Gefangenenaustausch zu verhandeln, fand am 13. und 14.9.07 nach einem Bericht der Zeitung "El Tiempo" ein Gespräch zwischen dem FARC-Sprecher "Raúl Reyes" und der kolumbianischen Senatorin Piedad Córdoba in einem FARC-Camp statt.
Dabei wurde vereinbart, dass es am 8. Oktober zu einem Treffen zwischen dem Oberkommandierenden der FARC, "Manuel Marulanda", und Präsident Chávez in Venezuela kommen soll.
Unterdessen erklärte ein Sprecher des französischen Präsidenten Sarkozy, dieser sei bereit, nach Kolumbien zu reisen, wenn das zur Freilassung der Geisel Ingrid Betancourt beitragen könne.


Kurzmeldung
Die kolumbianischen Medien berichten, dass Präsident Uribe eine Änderung der Politik der Bekämpfung des Drogenanbaus angekündigt hat. Danach soll von der großflächigen Giftsprühung aus Flugzeugen weitgehend abgegangen und zu manuellen Methoden der Ausrottung der Pflanzen gegriffen werden. Nur im Falle großflächiger illegaler Pflanzungen sollten weiter Sprühaktionen stattfinden.


Kurzmeldung
Alle kolumbianischen Medien berichten am 6.7.07 ausführlich über die Protestdemonstrationen gegen die Ermordung der 11 Abgeordneten des Regionalparlaments von Valle de Cauca durch die FARC. In Bogotá nahmen 3 Millionen Menschen an den Demonstrationen teil, also etwa die Hälfte der Bevölkerung der Hauptstadt, in Cali waren es 400000 Teilnehmer.

Wichtigste Forderungen:
- Aufforderung an die Regierung, der FARC keine entmilitarisierte Zone zu überlassen,
- Aufforderung an die Regierung, von gewaltsamen Geiselbefreiungen Abstand zu nehmen, und
- Die Forderung, alle Geiseln, also nicht nur die Prominenten, in etwaige Verhandlungen einzubeziehen.


Kurzmeldungen
Gewerkschaften, Parteien, Medien und gesellschaftliche Organisationen Kolumbiens haben zu Protestmärschen gegen die Ermordung der 11 Abgeordneten des Departements Valle de Cauca durch die FARC aufgerufen.

Die FARC-Kommandantin "Sonia", auf deren Computer nach ihrer Festnahme Informationen über Finanzströme zwischen der FARC und den Drogenkartellen gefunden worden waren, ist nach ihrer Auslieferung an die USA von einem Gericht in Washington zu einer Haftstrafe von 200 Monaten verurteilt worden.


Kurzmeldung
Die kubanische Regierung hat angeboten, eine Zone ihres Territoriums zeitweilig zu räumen, um dort Verhandlungen zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung über einen Gefangenenaustausch zu ermöglichen. Das melden am 12.6.07 mehrere kolumbianische und spanische Zeitungen.


Kurzmeldung
Die Regierung Kolumbiens ist dabei, die einseitige Entlassung inhaftierter FARC-Mitglieder vorzubereiten. Dazu werden alle FARC-Häftlinge zur Zeit in das Gefängnis Chiquinquirá bei Bogotá gebracht, wo sie hinsichtlich ihrer Absicht, nach der Freilassung nicht wieder zu den Waffen zu greifen, befragt werden. Eine kleine Gruppe inhaftierter FARC-Leute weigert sich, das Gefängnis zu verlassen mit der Begründung, die Aktion diene der Regierung nur dazu, von der Verbindung von Politikern zu den rechten Paramilitärs abzulenken. Dagegen hat sich unter der Führung des langjährig inhaftierten früheren FARC-Kommandanten Olivio Sandaño eine 200 Mitglieder große "Initiative zur Versöhnung" gebildet, die entlassen werden und sich wieder in die Gesellschaft eingliedern will.


Kurzmeldung
Laut "El Tiempo" hat Präsident Uribe die Militärführung angewiesen, Ingrid Betancourt und die anderen politischen Geiseln der FARC mit Waffengewalt zu befreien. Damit sind die Bemühungen der drei Vermittlerstaaten Schweiz, Frankreich und Spanien, eine Übereinkunft über einen humanitären Gefangenenaustausch anzubahnen hinfällig geworden.


Kurzmeldung
Die Zeitung El Tiempo meldet am 17.05.07, dass der Unteroffizier John Frank Pintao nach 81/2 – jähriger Geiselhaft der FARC am 28.4.07 der FARC entkommen konnte. Er floh aus einem Gefangenencamp im Departement Vaupés und irrte danach 17 Tage durch den Urwald, ehe er einen Polizeiposten erreichte.
Pintao gab an, vor einiger Zeit die ebenfalls in Geiselhaft befindliche fühere grüne Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancort und die drei gefangenen US-Piloten lebend gesehen zu haben.


Kurzmeldung
Am 23.4.07 meldet die Tageszeitung "El Tiempo", dass der Bürgermeister der Gemeinde Planadas (Departement Tolima) und mehrere weitere leitende Mitarbeiter wegen vermuteter Unterstützung der FARC verhaftet worden sind. Der Ombudsmann der Gemeinde hatte in der Vergangenheit wiederholt die FARC und die Streitkräfte wegen Übergriffen gegen die Bevölkerung angezeigt. In der Gemeinde leben zahlreiche desertierte ehemalige FARC-Angehörige.


Kurzmeldung
Am 17.3.07 meldete die Tageszeitung "El Tiempo", dass die 9. Führungskonferenz des Oberkommandos der FARC über das Internet abgewickelt wurde.
Politische Beobachter führen das auf den militärischen Druck zurück, der ein Zusammentreffen der gesamten Führung an einem Ort verhindert habe, sowie auf die ausgezeichnete elektronische Vernetzung der Kommandoblöcke der Guerrilla.
Die 8. Führungskonferenz hatte 1993 stattgefunden.


Kurzmeldung
Zeitungen in Frankreich und Kolumbien melden am 5. Jahrestag der Entführung der früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt durch die FARC, dass es Hinweise darauf gäbe, dass die Entführte nicht mehr in Kolumbien, sondern in Ecuador oder Venezuela gefangen gehalten werde.
Angeblich soll die Verlegung erfolgt sein, weil die FARC eine gewaltsame Befreiung der Geisel durch die Streitkräfte fürchtete.


Kurzmeldung
Mehrmals war über die Gefangennahme der Finanzchefin der FARC "Sonia" berichtet worden, die in Kolumbien gefangen genommen und an die USA ausgeliefert worden war. Auf ihrem Laptop waren schwerwiegende Beweise für die Zuflüsse von Finanzmitteln für die FARC aus dem Drogenhandel gefunden worden.

Am 19.2.07 wurde "Sonia" wegen Versendung von Drogen in die USA zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die vom Gericht festgesetzt wird und die bis zu 30 Jahren betragen kann. Die Anwältinnen "Sonias" hatten bis zuletzt gehofft, die Tatsache, dass 11 von 12 Geschworenen Frauen waren, könnte sich vorteilhaft für ihre Mandantin auswirken.

Die Verurteilung "Sonias" ist die erste rechtskräftige Verurteilung eines Mitglieds der Kommandoebene der FARC in den USA.
Die Medien in Kolumbien berichten, dass sowohl Paramilitärs als auch Guerilla sich nun noch vehementer gegen Auslieferungen in die USA wenden werden, da nach dem vorerst geplatzten Prozess gegen "Simaon Trinida"“ Hoffnung aufgekommen war, die Beweislage genüge US-Gerichten nicht für die Verurteilung ausgelieferter Kolumbianer.


Kurzmeldung
Die kolumbianische Außenministerin Consuelo Araujo ist zurückgetreten.
Ihr Bruder Alvaro Araujo gehört zu den Senatoren, die wegen ihrer Zusammenarbeit mit den Paramilitärs in Untersuchungshaft sitzen. Die Ministerin stand persönlich nicht unter Verdacht, mit den Paras zusammengearbeitet zu haben, war aber in den letzten Wochen wegen der Vorwürfe gegen ihren Bruder immer mehr unter Druck gestanden.


Kurzmeldungen
Das Wochenmagazin SEMANA berichtet, dass die Konservative Partei Kolumbiens drei ihrer Senatoren, die in Verdacht stehen, mit den Paramilitärs zusammengearbeitet zu haben, aus der Partei ausgeschlossen hat.

Die Zeitung EL TIEMPO meldet, einer Oberkommandierenden der Guerillagruppe ELN habe angeordnet, bewaffnete Angriffe auf Einheiten der FARC einzustellen.
In den letzten Wochen war es wiederholt zu Gefechten zwischen beiden Guerillagruppen gekommen.

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© 2002 FARC.de by Thomas Künzel, Ulrich Künzel, Reiner Bruchmann