Aktuelles 2008

Neues aus der Giftküche der FARC:


Kurzmeldung
Nach Meldungen der kolumbianischen Presse hat die liberale Senatorin Piedad Córdoba angekündigt, die FARC werde in den ersten Tagen des Januar 2009 "einseitig und ohne Vorbedingungen" sechs Geiseln freilassen.
Córdoba betonte, die Modalitäten der Freilassung, also Zeitpunkt, Ort und Personen bestimme allein die FARC. Sie rief den venezolanischen Präsidenten Chavez auf, sich einzuschalten, um die Freilassung zu beschleunigen.


Kurzmeldung
Mehrere kolumbianische Zeitungen berichten von einem Angriff der FARC auf einen Konvoi des Kolumbianischen Instituts für Familienwohlfahrt, bei dem am 6. Dezember im Departement Caquetá zwei Mitarbeiter der Organisation erschossen wurden.
Der Konvoi transportierte Nachschub für Krankenhäuser in der Region.


Kurzmeldung
Die spanische Zeitung El Pais meldet am 18.9.08, dass ein dänisches Gericht sechs Angeklagte wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt hat.
Die zu Haftstrafen zwischen 60 Tagen und sechs Monaten Verurteilten hatten
T-Shirts mit FARC-Symbolen vertrieben und Zuwendungen an den von der FARC-nahen Agentur ANNCOL betriebenen Radiosender geleistet.
In erster Instanz waren die Angeklagten freigesprochenn worden, weil das Gericht der Ansicht war, die EU-Liste terroristischer Organisationen, auf der die FARC steht, diene politischen und nicht juristischen Zwecken.
Die nächst höhere Instanz hob dieses Urteil auf und betonte, die Liste sei sehr wohl eine Grundlage für das Einleiten juristischer Schritte.


Kurzmeldung
Nach einer Meldung des Nachrichtenmagazins SEMANA wurde am vergangenen Donnerstag General i.R. Rito Alejo del Rio beim Mittagessen mit seiner Familie im Offiziersclub von Bogotá verhaftet. Er wird schwerer Menschenrechtsverletzungen und der Zusammenarbeit mit den Paramilitärs beschuldigt. Wegen bereits damals anhängiger Beschuldigungen hatten ihm die USA vor drei Jahren das Einreisevisum entzogen.


Kurzmeldung
Am 20. Juli haben auf der ganzen Welt Millionen Menschen gegen die Entführungen in Kolumbien und die Freilassung der in der Gewalt bewaffneter Gruppen befindlichen Geiseln demonstriert. In Kolumbien sind u.a. Shakira, Juanes und Carlos Vives bei Solidaritätskonzerten aufgetreten. (Quellen: El Pais, El Tiempo)


Kurzmeldung
Nach einer Meldung der Tageszeitung "El Tiempo" vom 12.7.08 hat das Oberkommando der FARC erklärt, Ingrid Betancourt und die weiteren in Freiheit gelangten Geiseln seien nicht freigelassen worden.
Vielmehr sei es zu ihrer Flucht gekommen, weil Angehörige der FARC pflicht- und befehlswidrig gehandelt hätten.


Kurzmeldung
Spanien hat die kolumbianische Regierung um Übermittlung der von Interpol analysierten Computerdateien des getöteten FARC-Führeres Raul Reyes gebeten.
Es soll dabei um Material gehen, das Hinweise auf eine Zusammenarbeit der FARC mit der ETA enthält, meldet das Wochenmagazin SEMANA am 2.6.08.


Kurzmeldung
Verschiedene kolumbianische Medien melden am 19.5.08, dass die Kommandeurin der 47. Front der FARC, "Karina", sich den Behörden gestellt hat.
Sie soll seit Ende April mit dem Geheimdienst über die Bedingungen verhandelt haben. Einer ihrer Vertrauten hatte vor einigen Wochen den FARC-Kommandeur "Rios" erschossen und war danach desertiert.


Kurzmeldung
Die spanische Zeitung „El País“ meldet am 13.5.08 in ihrer Online-Ausgabe, dass der kolumbianische Präsident Uribe die sofortige Auslieferung von 13 inhaftierten Führern der rechten Paramilitärs an die USA verfügt hat, die bereits um 6 Uhr Ortszeit aus verschiedenen Gefängnissen nach Bogotá gebracht wurden.
Uribe begründete die überraschende Maßnahme damit ,dass die Betroffenen wiederholt aus den Gefängnissen Anweisung gegeben hätten, die dem Demobilisierungsabkommen mit der Regierung zuwider liefen.


Kurzmeldung
Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat in seiner wöchentlichen Fernsehansprache die Inhalte der auf dem Computer des getöteten FARC-Chefs "Raúl Reyes" entdeckten Dateien als manipuliert bezeichnet. Die von Interpol vorgenommenen Analysen bezeichnete Chávez als von den USA gesteuert.
Aus den Dateien, deren Prüfung noch andauert ,geht hervor, dass enge Verbindungen zwischen Chávez und der FARC bestehen. (nach El Tiempo vom 12.5.08)


Kurzmeldung
Nach Ermittlungen der Journalistin und Juristin Natalie Springer rekrutieren sich die illegalen bewaffneten Gruppen in Kolumbien zu einem großen Teil aus Kindern und Jugendlichen.
Laut Springer sind bei der FARC 42% der Truppe Minderjährige, beim ELN (zweitgrößte linke Guerrilla) mehr als 45% und bei den rechten Paramilitärs mehr als 30%.
(Quelle: El Tiempo, 14.4.08)


Kurzmeldung
Nach einer Meldung der Online-Ausgabe der kolumbianischen Wochenzeitung „El Espectador“ befindet sich die seit sechs Jahren von der FARC gefangen gehaltene frühere Präsidentschaftskandidatin der kolumbianischen Grünen Ingrid Betancourt in einem äußerst kritischen Gesundheitszustand.
Die französische Regierung hat Kolumbien aufgefordert, eine nicht bestimmte Zahl inhaftierter FARC-Mitglieder, darunter auch solche, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurden freizulassen, um dadurch die FARC zur Freilassung Betancourts zu bewegen.


Kurzmeldung
Nachdem es wegen des Angriffs der kolumbianischen Streitkräfte auf ein FARC-Lager auf ecuadorianischem Gebiet zu ernsten Auseinandersetzungen und Truppenkonzentrationen an den Grenzen zwischen Venezuela, Ecuador und Kolumbien gekommen war, fand auf der lateinamerikanischen Gipfelkonferenz am 7.März in Santo Domingo eine Versöhnung der Staatschefs statt.
Nicaragua stellte dabei einen Rekord auf: Innerhalb von weniger als 24 Stunden brach das Land seine Beziehungen zu Kolumbien ab und nahm sie wieder auf.


Kurzmeldung
Nach dem Angriff des kolumbianischen Militärs auf das Camp der FARC auf ecuadorianischem Territorium, bei dem der FARC-Führer "Raúl Reyes" getötet wurde, hat Venezuela seine Botschaft in Kolumbien geschlossen und Ecuador den kolumbianischen Botschafter ausgewiesen.
Bei Reyes wurden drei Computer gefunden. Nach Angaben der kolumbianischen Regierung werden die Daten einer internationalen Kommission zur Auswertung übergeben.
Durchgesickert ist, dass auf den Computern Notizen gefunden wurden, aus denen hervorgeht, dass es zwischen der FARC und der ecuadorianischen Regierung Treffen zur Abstimmung von Aktionen gegeben hat.
(Nach Meldungen kolumbianischer, ecuadorianischer und spanischer Zeitungen vom 3.3.08)


Wichtige Meldung: Verteidigungsminister bestätigt:
Raúl Reyes, Mitglied des Sekretariats der FARC ist tot
(Zusammengestellt aus El Tiempo / Kolumbien und El Comercio/Ecuador, Online-Ausgaben vom 01.03.2008)
"Es ist der schwerste Schlag gegen die FARC in deren Geschichte", sagte Juan Manuel Santos. Die Kämpfe fanden statt gegen ein Camp der FARC auf ecuadorianischem Gebiet, wurden aber "ausschließlich von kolumbianischem Gebiet aus geführt."Santos sagte, dass die Guerilleros sich ca. 1,8 km von der Grenze entfernt befanden.
Es gab bekannt, dass Präsident Uribe vor einigen Stunden mit dem ecuadorianischen Präsidenten Rafale Correa kommuniziert habe, um diesen über die Geschehnisse zu unterrichten. Santos bestätigte, dass die Leichen von "Raúl Reyes", eines anderen wichtigen Guerillachefs Guillermo Enrique Torres alias "Julian Conrado"und 15 weiterer Guerilleros sich in der Hand der kolumbianischen Behörden befänden, um zu verhindern, dass die FARC sich ihrer bemächtige.
Der Minister erklärte, bei den Kämpfen sei auch der Soldat Carlos Hernández León ums Leben gekommen. "Reyes"galt als der internationale Sprecher der FARC.
Er wurde getötet durch eine Aufklärungsoperation, an der die Polizei, die seit August Reyes auf der Spur war, das Heer und die Luftwaffe beteiligt waren. Letztere hatte die Satellitentelefonate des Guerrillachefs abgehört und dadurch seinen genauen Aufenthaltsort bestimmt.
"Reyes", dessen wirklicher Name Luis Edgar Devia Silva war, fungierte als Chefunterhändler der FARC während der gescheiterten Friedensverhandlungen mit der Regierung von Präsident Pastrana von 1998 bis 2002. Während dieser Zeit nahm er mit anderen Mitgliedern der FARC an einer Rundreise durch mehrere europäische Länder teil. Davor war er Chef der Internationalen Front der Guerilla, die von Europa, Mexiko und Costa Rica aus agierte. In Costa Rica nahm er 1997 an dem einzigen Zusammentreffen teil, das US-Regierungsstellen mit der FARC hatten.
"Reyes" ist das erste Mitglied des Sekretariats der FARC, das einer Militäraktion zum Opfer fiel und dies stellt den größten militärischen Erfolg gegen diese Organisation dar.


Kurzmeldungen
Medien in Kolumbien und Deutschland berichten am 26. und 27.Februar 2008, dass die Freilassung von drei Parlamentsabgeordneten, die sich z.T. seit Jahren in der Gewalt der FARC befinden, unmittelbar bevorsteht.
Das Internationale Kommitee vom Roten Kreuz habe mit der venezolanischen Regierung und den kolumbianischen Streitkräften vereinbar, dass im Departement Guaviare ein Korridor vom Militäre geräumt wird, wo die Freigelassenen von venezolanischen Hubschraubern aufgenommen werden. Die Koordinaten des Übergabepunkts kenne nur der venezolanische Innenminister, der sie erst nach dem Abflug den Piloten mitteilen werde.
"Martin Sombra", führendes FARC-Mitglied und der Gruppe seit 35 Jahren angehörend, wurde im Departement Boyacá aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung festgenommen. Er bot der Polizeigruppe, die ihn verhaftete 100 Mio Pesos (rd. 33000 €) an, wenn sie ihn laufen ließe.
Sombra befehligte die Bewachertruppe für die sog. "austauschbaren" Gefangenen, also Prominenten, die gegen gefangene FARC-Leute ausgetauscht werden sollen. Er erteilte u.a. den drei gefangenen US-Militärberatern Spanischunterricht.
Er war außerdem verantwortlich für die Anbahnung und Durchführung von Treffen der FARC-Spitze mit Vertretern der katholischen Kirche.
(El Tiempo vom 27.2.08)


Kurzmeldung
Am 28.2.08 meldet die Zeitung "El Tiempo", die französische Regierung verfüge über Informationen, wonach der Gesundheitszustand der Geisel Ingrid Betancourt so schlecht sei, dass sie in wenigen Wochen sterben könnte.
Die gestern freigelassenen Politiker erklärten, sie seien Zeugen von Streitigkeiten unter FARC-Mitgliedern über die weitere Behandlung des Falles Betancourt geworden.


Kurzmeldung
Nach einer Meldung der spanischen Tageszeitung "El Pais" vom 23.1.08 erklärte der Außenpolitische Beauftragte der EU Javier Solana, eine Streichung der FARC von der Liste terroristischer Organisationen komme für die EU nicht in Frage, solange Entführungen unbeteiligter Zivilisten zum Instrumentarium dieser Organisation gehören.


Kurzmeldungen
Die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba, die an den Vermittlungen für den gescheiterten Gefangenenaustausch beteiligt war, hat vorgeschlagen, die Einstufung der FARC als terroristische Vereinigung aufzuheben und ihr den Kombatantenstatus zuzuerkennen, also sie als Kriegspartei anzuerkennen. Nach Córdobas Ansicht würde das einen Gefangenenaustausch erleichtern und den Verzicht der FARC auf weitere Entführungen bewirken, da diese dann keine Zivilisten mehr gefangen nehmen dürfte

Die FARC hat im Departement Cocó acht kolumbianische Touristen gefangen genommen.

Im Departement Vichada haben 18 FARC-Mitglieder sich den Streitkräften gestellt.
Nach dem Tod des dortigen Kommandeurs "Negro Acacio" zeigen sich in Vichada zunehmend Auflösungserscheinungen der FARC-Kräfte.
Meldungen nach EL Tiempo, 14.1.2008


Kurzmeldung
Nach Freilassung der Geiseln Clara Rojas und Consuelo Gonzalez widmen sich die Kommentare der kolumbianischen und der internationalen Presse vor allem zwei Themen:

1. Es wird betont, dass die FARC trotz der Vermittlung durch den venezolanischen Präsidenten Chávez einen deutlichen Akzent setzte, dass sie Geislen dann befreit, wann sie das für opportun hält, und nicht wenn Präsidenten gleich welcher Couleur das wünschen.

2. Ferner wird daruf hingewiesen, dass sich noch viele Geiseln, draunter die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, weiter in der Gewalt der FARC befinden und es weiter harter Arbeit und vielen Geschicks bedürfen wird, auch Wege für deren Freilassung zu finden.

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© 2002 FARC.de by Thomas Künzel, Ulrich Künzel, Reiner Bruchmann